Schlecht beraten durch die Bank

By admin | November 29, 2011

Die Finanzbranche scheint bei den Anlageberatungen wieder einmal die Angstkarte auszuspielen. Anleger- und Verbraucherschützer warnen die Sparer momentan vor dem Umschichten ihrer Ersparnisse in vermeintlich krisensichere Finanzprodukte. Über rentable und weniger empfehlenswerte Anlagemöglichkeiten den Überblick zu bewahren, ist dieser Tage so schwer wie noch nie. Eine wirklich gute Beratung hat daher einigen Wert.

Das Vertrauen der Kunden

Die Verbraucherschützer schlagen Alarm und mahnen die Anleger, sich nicht blindlings auf die Empfehlungen der Bankberater zu verlassen. Viele von ihnen nähmen die Euro- und Inflationsängste ihrer Kunden nämlich zum Anlass, um vermehrt Zertifikate mit Kapitalschutz, aber auch risikobehaftete Rohstoff- oder gar Schiffsfonds zu empfehlen. Da die Kreditinstitute als Sündenböcke der Finanzkriese ohnehin in dem Verdacht stehen, ihre Kunden in der Vergangenheit schlecht beraten zu haben, scheint eine derartige Anlageberatung völlig unverständlich. Außerdem kann doch heute jeder im Internet Tagesgeld, Fonds und Festgeld vergleichen und seine Entscheidung unter Zuhilfenahme von Bewertungen und Finanztipps aus dem World Wide Web treffen. Finanzvertriebe locken indes mit Goldsparplänen und dem Versprechen, dass man mit diesem Rohstoff nicht in wankelmütiges und streng genommen völlig wertloses Papier investieren würde – eine ziemlich ungelenke Verkaufstaktik. Der nach der spektakulären Lehman-Pleite zusammengebrochene Markt der Zertifikate hat sich mittlerweile scheinbar erholt. Die diffizilen Konstrukte, die nicht gerade in dem Ruf stehen, besonders transparente, verständliche Anlagemöglichkeiten zu sein, scheinen wieder zum Verkaufsrenner zu werden. Für die Banken ist das natürlich ein lohnendes Geschäft, da bei einem Abschluss von Zertifikaten, Fonds oder Versicherungen die jeweiligen Vermittler zum Teil recht hohe Provisionen erhalten. Anlageformen, die tatsächlich als relativ krisensicher bezeichnet werden können – das Tagesgeld, Festgeld oder auch Sparbriefe zählen dazu – werden scheinbar viel weniger berücksichtigt. Die Kleinanleger, die zu den tragischsten Opfern der Finanzkriese gehörten, werden also kaum ein Jahr nach dem Super-Gau und inmitten einer handfesten Währungskriese erneut falsch beraten. Banken und Anlagevermittler scheinen aus ihren eigenen Fehlern nicht gerade viel zu lernen und es scheint, dass der Profit wieder die alleinige Hauptpriorität geworden ist. Das große „Geld-zurück-Versprechen“ dient den Kreditinstituten dabei als Lockmittel, um die Sparer von den Anlagemöglichkeiten zu überzeugen.

Eine reine Finanzwette

Die Versprechen der Bankberater klingen natürlich sehr verlockend. Dass der Abnehmer der Zertifikate mit seinem Kauf auch eine Wette auf bestimmte Aspekte der Weltwirtschaft eingeht, zum Beispiel auf einen Anstieg des Ölpreises oder einen steigenden Dax, ist eigentlich niemandem so richtig bewusst. Sollten die Werte aber in den Keller gehen, erhält man den „Wetteinsatz“ nie in voller Höhe zurück. Geht der Herausgeber des Wertpapiers bankrott, ist sogar alles verloren. Von Sicherheit kann also keine Rede sein.

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